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Pro Kampen 01|19

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Auf eine MÜTZE SCHLAF

Auf eine MÜTZE SCHLAF mit Dr. Feld TEXT: IMKE WEIN In seinen Jahren als Assistenzarzt in der Nordseeklinik erwachte bei Dr. Michael Feld das große Interesse an dem spannenden neuen Fach Schlafmedizin. Damals war das Sylter Schlaflabor unter Leitung von Michaela Günther ein hochmodernes und großes Labor für den Norden und man konnte das überschaubare Anfangssalair mit Zusatzarbeit aufbessern. Er begeisterte sich dann ernsthaft für die Somnologie und ist heute einer der führenden Mediziner des traumhaften medizinischen Themengebietes der Schlafmedizin. Mit seiner Praxis im Rheinland, mit Vorträgen überall in der Welt und mit seinen Büchern wie aktuell »Dr. Felds große Schlafschule« ist er breit aufgestellt. Haben Sie heute gut geschlafen? MF // Oh ja, danke der Nachfrage. Obwohl das mit dem erholsamen Schlaf auch bei mir in unmittelbarer Abhängigkeit dazu steht, wie ich gerade so lebe und ob ich meine Schiene gegen das Schnarchen trage oder nicht. Jetzt in meinem kleinen Urlaub hatte ich sie nicht mit und habe das sofort gemerkt. Sehr sexy, so eine Schnarchschiene… MF // Aber auch sehr wirksam. Das Schnarchen und die Atemaussetzer sind zwei Faktoren, die einem guten Schlaf vehement entgegenstehen und an denen wir als Ärzte sehr wirksam ansetzen und helfen können. Ist das Thema Schlaf medizinisch noch ein Mysterium? MF // Da hat sich in den letzten 20 Jahren in der Forschung wie in der Praxis eine Menge getan. Es gibt inzwischen 350 Schlaflabore. Aber es gibt eben auch immer noch eine große »black box«. Vielleicht auch weil Schlaf eben etwas sehr Mystisches, Düsteres, Unerklärliches hat, die dunkle Seite der Macht quasi, wurde das Thema lange stiefmütterlich behandelt. Also, es ist so, 50 Prozent der Phänomene rund um das Thema Schlaf sind heute erforscht, 50 Prozent noch nicht. Es bleibt also spannend.

FOTO: ADOEBSTOCK/DAYVES Beim Kampeneum geht es um die Qualität ganzheitlicher Medizin. Ist Schlaf dafür ein gutes Beispiel? MF // Die Somnologie, also Schlafforschung und Schlafmedizin, ist vielleicht der ganzheitlichste medizinische Themenbereich überhaupt. Äußere Faktoren spielen eine Rolle für Schlafstörungen, die Psyche, die Lebensführung, die gesundheitliche Gesamtsituation und nicht zuletzt viele soziale und emotionale Faktoren. Und auch bei den Therapien gibt es viele Produkte der Naturheilkunde, manuelle und therapeutische Verfahren, die sehr gut helfen können. Und der Patient kann selbst viel tun – durch Sport, ein gesundes Leben, emotionale Veränderungen. Ganzheitlicher geht es nicht. Und es kommt eben auch noch Kosmisches dazu. Die Wirkung des Mondes auf den Schlaf ist unbestritten. Menschen zu einem besseren Schlaf zu verhelfen, erfordert sicher viel Zeit für den Patienten, viel Analyse und Anamnese. Gibt es manchmal auch einfache Fälle? MF // Die Maske gegen Atemaussetzer und die Schnarchschiene haben schon verblüffende Erfolge. Auch sozial. Zu mir kommenden übrigens 50 Prozent der Patienten als Paar. Getrennte Schlafzimmer sind übrigens manchmal auch die Lösung für besseres Ein- und Durchschlafen. Kann ein gut schlafender Mensch im Laufe seines Lebens zu einem Schlechtschläfer werden und umgekehrt? MF // Gutes und schlechtes Schlafen hat auch genetische Ursachen. Ganz grob kann man die westliche Menschheit kategorisieren in ein Drittel Gut-Schläfer, ein Drittel Schlecht-Schläfer und ein Drittel, bei denen gutes und schlechtes Schlafen sich abwechseln oder deren Schlafmuster sich verändert. Nimmt der Anteil der Schlafgestörten eigentlich zu in unserer schnellen Zeit? MF // Auf jeden Fall. Aber es wird dem Thema eben auch mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Es ist kein Unding mehr, sich für das bessere Schlafen medizinische Hilfe zu holen. Die Wirkung guten Schlafes auf die Gesundheit und die Psyche ist unbestritten. Gibt es Faktoren, die unabhängig von individuellen Eigenheiten für fast alle Menschen gelten? MF // Es gibt auf jeden Fall einen Idealschlaf und der findet in der Dunkelheitsphase der Nacht statt und dauert idealerweise nicht nur 3 bis 4 Stunden. Gar nicht tragisch für den Idealschaf ist, wenn man nachts mal ein Stündchen wachliegt und dann wieder einschläft. Großartig ist zudem eine kleine Mittagssiesta. Nachtarbeit ist also blöd für den Schlaf, ergo für die Gesundheit? MF // Auf Dauer: ganz klar ja. Außer bei Eulen und bei Mäusen und anderen nachtaktiven Tieren. Ihr jüngstes Buch ist eine Schlafschule für alle. Das heißt, jeder Mensch kann schlafen lernen? MF // Besser einschlafen oder besser durchschlafen lernen, das kann jeder. Sie sind Autor, schreiben Bücher, halten Vorträge. Brauchen Sie die Bühne? MF // Ich arbeite auch nach wie vor sehr gerne als Hausarzt, aber ja, als ehemaliger Karnevalist muss ich wohl zugeben: Ich bin auch eine kleine Rampensau und habe offenbar auch gewisses Sendungsbewusstsein, sonst würde ich das alles wohl nicht so gerne machen. Ihr aktuelles Verhältnis zu Sylt? MF // Ich lebe mit der ständigen Sehnsucht. Mich verbindet viel Schönes mit der Insel, nicht zuletzt war die Sylter Zeit für meinen beruflichen Werdegang entscheidend. Die Lebensqualität ist kaum irgendwo höher. In meiner Nordseeklinik-Zeit habe ich auch Kampeneum-Mitorganisatorin Pia Möller kennengelernt. Deshalb ist es für mich eine besondere Freude jetzt im Mai nach Kampen zu kommen. Heimspiel sozusagen. Wenn ich eine Schlafklinik eröffnen würde, wäre das unbedingt auf Sylt. Die Bedingungen für guten Schlaf sind einfach unverfälschter, das Klima ideal. Zudem: Wenn es dunkel ist, ist es richtig dunkel, wenn es hell ist, ist es richtig hell. Super Voraussetzungen für guten Schlaf. Sie waren gerade selbst für ein paar Tage verreist. Glauben Sie nicht auch, dass der Stellenwert von Reisen total überbewertet wird? Währenddessen soll man unbedingt glücklich sein, später besser schlafen, entspannter und gesünder sein. Wird da nicht etwas viel hineininterpretiert? MF // Wie noch in den 70er- und 80er-Jahren gereist wurde, für drei Wochen an immer denselben Ort – das war ideal. Denn einige Erholungsphänomene haben unbedingt mit der Dauer des Aufenthaltes zu tun. Aber zu dieser Erholung lassen wir es oft bei unserem Tempo gar nicht mehr kommen. XL-Retro-Urlaub also? Die Sylter Touristiker wären begeistert. MF // Das wäre tipptopp! Er behandelt, schreibt und kommt super gerne nach Kampen: Dr. Michael Feld

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