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Pro Kampen 04|18

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FOKUS 1972 WAS 1972 IN

FOKUS 1972 WAS 1972 IN KAMPEN UND AUF DER INSEL GESCHAH Für Schlagzeilen sorgte 1972 die Watergate-Affäre und für Bestürzung der Terroranschlag bei den Olympischen Spielen in München, im selben Jahr wurde das Transitabkommen zwischen der BRD und der DDR unterzeichnet und über die deutschen Bildschirme flimmerte die erste Folge der legendären Science-Fiction-Serie »Raumschiff Enterprise«. Und was haben Kampen und der Rest der Insel so alles erlebt? In einer bunten Mischung stellen wir Ereignisse des Jahres 1972 zusammen – passend zur PROKAMPEN No. 72 TEXT: FRANK DEPPE; BILDER: ARCHIV FRANK DEPPE Besser unterwegs. Fast auf den Tag genau 45 Jahre nach der Einweihung des Hindenburgdamms wird die Bahnstrecke ausgebaut. Für 9,8 Millionen Mark lässt die Deutsche Bundesbahn zwischen Klanxbüll und Morsum auf 18 Kilometern Länge einen zweiten Schienenstrang verlegen. Dadurch können fortan deutlich mehr Personenund Autozüge eingesetzt werden – nunmehr bis zu hundert pro Tag. Zweigleisig von und nach N o 72 | Ein Blick zurück 18 Sylts erste Sandvorspülung – damals wurde der Sand noch aus dem Rantumer Watt gepumpt • 1972 Das Jahr bringt für die Insel zwei gewichtige Neuerungen, von denen Sylt noch heute profitiert: Erstmalig wird im Sommer 1972 eine Sandvorspülung erprobt. Täglich werden 10.000 Kubikmeter Sand-Wasser-Gemisch von der Entnahmestelle im Wattenmeer beim Rantum-Becken durch Rohrleitungen nach Westerland gepumpt. 900.000 Kubikmeter Sand verstärken so den Strand. Dass diese bis dato effektivste Küstenschutzmaßnahme auf Sylt überhaupt eingeführt wurde, ist einem Zufall zu verdanken. Der damalige Vorsitzende des Amtes Landschaft Sylt, Dr. Claus Andersen, erinnerte sich: »In den USA wurden in den 1960er Jahren Hafenbecken ausgebaggert. Wohin aber mit dem Sand? Er wurde kurzerhand an den Stränden aufgeworfen. Das brachte uns Sylter auf die Idee, das Konzept in unserem Sinne umzusetzen. Schließlich konnten wir den zuständigen Minister nach vielen mühsamen Gesprächen davon überzeugen, dass er sich das in Amerika mal anschaut.« 1972 Im Westerländer Sylt-Stadion geht es hoch her: Vor der Kulisse von über 6.000 Zuschauern misst sich ein Sylter Team bei der legendären, von Frank Elstner moderierten TV-Sendung »Spiel ohne Grenzen« mit sechs europäischen Mannschaften. Die Gastgeber nutzen ihren Heimvorteil und gewinnen. Einige Wochen später reisen die Sylter zum Endspiel ins schweizerische Lausanne, wo für sie allerdings nur ein sechster Platz herausspringt. Der bekannte Zeitungszar Axel Springer, der den exponiert gelegenen Kampener »Klenderhof« besaß, zeigt sich 1972 spendabel: Er finanziert der Kampener Feuerwehr ein nagelneues Löschfahrzeug. Er kann freilich nicht ahnen, wie sehr ihm dieses Geschenk bald selbst von Nutzen sein soll: Am 5. August 1973 steht der »Klenderhof« in Flammen – die Brandstifter werden nie gefasst. 1972 1972 Die Terroristenfahndung nach Mitgliedern der damals berüchtigten Baader-Meinhof-Bande erstreckt sich bis nach Sylt, wo an der Einfahrt zum Flughafen Fahrzeuge auf versteckte Personen und Waffen untersucht werden. Zudem verleben gerade die beiden neunjährigen Töchter von Ulrike Meinhof die Ferien in Kampen, wo sie von Kriminalbeamten ständig begleitet werden. Epilog: Zwei Wochen später wird die Top-Terroristin in Hannover verhaftet. Siegessicher: Das Sylter Team, noch ganz entspannt, vor dem Wettkampf Dichter mit Ecken und Kanten Auf dem »Kampener Kunstpfad« erinnert heute eine Stele an ihn: 1972 verstarb der Schriftsteller Ernst von Salomon. Vom Mittäter eines Mordkomplotts zum Bestsellerautor – es war ein sehr ungewöhnlicher Verlauf, den sein Leben nahm. 1922 ist Salomon an dem Attentat auf Reichsaußenminister Walter Rathenau beteiligt, wird zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach seiner Entlassung setzt er sich in seinem Roman »Die Geächteten« mit der Tat, die eine nationale Revolution beflügeln sollte, kritisch auseinander. 1946, aus dem politischen Wirrkopf ist inzwischen ein Schriftsteller und Lektor geworden, bezieht Ernst von Salomon auf Sylt ein ungewöhnliches Quartier: Es ist eine Katakombe am Kampener Watt, ein Relikt des Krieges. »Der weiß getünchte Raum mit kahlem Schreibtisch und Feldbett erinnert an eine Zelle, und Ernst von Salomon trägt eine blau-weiß gestreifte Leinenjacke, ähnlich einem Häftling. Da sitzt er nun und legt geduldig Patiencen.« So schildert ein Besucher die Diaspora, in die sich Ernst von Salomon begeben hatte. Und doch gelingt ihm hier ein großer Wurf: Er verfasst mit dem Roman »Der Fragebogen« den ersten deutschen Bestseller der Nachkriegszeit. Der Öffentlichkeit erstmals vorgestellt hat er das Buch ebenfalls in Kampen. Das war 1951 im Café »Sturmhaube«. 1952 verließ Ernst von Salomon Sylt. Die unverbrüchlichen Gefühle zu seiner Wahlheimat auf Zeit drückte er so aus: »Und Gott sprach: Es werde Kampen!« Sylt: Rechts im Bild das neue Gleis, das von Morsum über den Damm führt. Die gesamte Strecke Niebüll – Westerland zweigleisig zu machen ist die Forderung des Moments. • 1972 baut die Kurverwaltung Kampen den Vorgänger der heutigen Strandkorbhalle in den Dünen: einen Strandkorbschuppen. Zudem erhalten Sylt-Urlauber ab jenem Jahr auf Wunsch und Zuzahlung erstmalig Inselkurmarken. Diese berechtigen in Verbindung mit der örtlichen Kurkarte zur Nutzung anderer Sylter Strände. Kampen jedoch klammert sich von dem Projekt bewusst aus – zum Schutz der Kampener Natur sowie einer drohenden Überbevölkerung des Strandes und der Heide. Das kommt bei Kampens Gästen gut an. • Surfboard oder Bügelbrett? Was heute eine Renaissance erlebt, hielt 1972 seinen Einzug auf der Insel: das Windsurfen. Seinerzeit machte der Sylter Calle Schmidt als einer der Ersten in ganz Europa mit einem eigens aus den USA importierten Surfbrett ambitionierte Stehversuche im Watt. Mit dem Sylt- Cup organisierte Schmidt später die erste Windsurf-Regatta der Insel und gründete zudem die erste Sylter Windsurfschule, die noch heute in Munkmarsch existent ist. N o 72 | Ein Blick zurück 19

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