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Pro Kampen 1-2015

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WEG HANS-HANSEN-WEG A

WEG HANS-HANSEN-WEG A ufrichtige Bewunderung gilt Menschen, die ihren Job als Mission begreifen, schräge Wege gehen, sich dabei ständig den Erfordernissen der Zeit stellen und doch sie selbst bleiben. Das alles verkörpert Peter Kliem seit über 30 Jahren als Party-Boss im legendären Club Rotes Kliff, aber auch bei einem Spaziergang an einem ganz schön kalten Tag Anfang März. Anton und Albert kriegen sich im Kofferraum gar nicht ein vor Freude, weil sie gleich an den Strand dürfen. »Ganz ehrlich? Im Winterhalbjahr überlasse ich die Hundespaziergänge sehr oft meinem Freund. Ich kann mit Kälte nicht so um. Aber so langsam kann er mich wieder vor die Tür jagen, es ist ja schon März«, berichtet Peter Kliem mit jenem ansteckenden Peter- Lachen, das etliche Prozentpunkte seines Gesamt-Sympathiewerts ausmacht. Also raus aus der Karre und die Nase in die frische Luft halten. Peter liebt Bewegung. So oft er kann, macht er Sport, um den Körper in Schuss zu halten. Das Ergebnis ist bekannt und nicht nur für einen Mann mit Mitte 50 beeindruckend. Ein halbes Pfund Bewunderung bekommt er an dieser Stelle, ohne groß etwas geleistet zu haben. Es ist erst 11 Uhr morgens. Das ist deutlich vor seiner normalen Zeit. Heute hat er zudem schon eine große Gesprächsrunde im Bürgermeisteramt absolviert. Das wird auf das Bewunderungskonto noch obendrauf geschlagen. »Na ja, wir wollen zum 35-Clubjubiläum natürlich so einiges bieten. ☞E Diese Events müssen in jeder Hinsicht gut geplant sein«, verrät der Meister der fetten Grooves und spielt damit indirekt auf die Pfingstsause vor zwei Jahren auf dem Parkplatz vor der Sturmhaube an, als das Partyvolk einfach zu dolle strömte. »Sowas wollen wir natürlich auf jeden Fall vermeiden.« Es ist eine Meisterleistung, einen Nachtclub so lange Jahre erfolgreich zu führen, ohne dabei zum »Zombie« zu verkommen. Zum Glück hilft ihm im Hintergrund seine Geschäftspartnerin Beate Stoltenberg, mit der er das Projekt »Club« seit 1991 lenkt. Peter steht dabei gerne in vorderster Front, wenn er auch in den letzten Jahren junge DJs mit ans Musikpult lässt und selbst nicht mehr immer der Letzte sein muss, der die Kellertreppe hochgeht. »Man muss schon Disziplin haben, die Übersicht wahren und gut leben, wenn dieser Job nicht zur Farce werden soll«, meint der gebürtige Hannoveraner selbstkritisch. Erst vor wenigen Jahren hat er zudem die Freude an einem relativ bürgerlichen Leben mit Hund und Freund entdeckt. Das erdet. Seine beiden »Adoptivsöhne« Albert und Anton nutzen derweil die Freiheit, die auf Sylt nur die Nebensaison bietet, und preschen ohne Leine an der menschenleeren Wasserkante entlang. »Oh ja, ich weiß, das ist bestimmt nicht erlaubt, ich lasse mich da ja auch gerne belehren, aber es wäre zu viel von mir verlangt, wenn ich immer alle Regeln einhalte.« Das stimmt, da hat ein Peter Kliem eindeutig einen Vorteil. Das Szene-DJ- Image würde sogar noch viel heftigere Übertritte erlauben, als er für sich in Anspruch nimmt. Aber darum ist er auch einer der Guten, weil er nett ist und keine Extrawürste für sich in Anspruch nimmt. DIE ALLGEMEINE REGLEMEN- TIERUNGSWUT EMPFINDET ER INDES ALS BREMSE: »Als ich Ende der 70er-Jahre nach Sylt kam, war TEXT / FOTO: IMKE WEIN das Leben hier wild und ungehemmt. Es ist wichtig, diesen Spirit immer wieder neu zu beleben«, meint »der Pedder«. Nach nur wenigen Metern am Strand biegt er überraschend rechts ab zum Grande Plage. Wie, Peter, das war es jetzt mit Spaziergang? »Wenn es kalt ist, frieren mir doch immer die Fingerspitzen ab. Ich bin da eher ein Weichei und könnte gut mit einer Durchschnittstemperatur über 20 Grad leben«, meint er, zieht seine Handschuhe aus und zeigt seine Fingerspitzen. 15 Minuten bis 7 Stunden DAUER

N o 57 | Dorfspaziergang mit Peter Kliem 16 ☞E Peter Kliem mit seinen beiden »Adoptivsöhnen« Albert und Anton FOTO: IMKE WEIN Auf der Veranda des Grande Plage erinnert er an die bombastischen beiden Sommerpartys, die er hier zusammen mit Manni Hermann veranstaltet hat und die wegen »zu großem Erfolg« eingestellt wurden. Ohne zu sehr in Nostalgie zu schwelgen, landet er in der Jetzt-Zeit und berichtet, dass seine letzte PR-Aktion — ein Fortsetzungsfilm — gerade ein prächtiger Erfolg auf Facebook ist. Etliche Tausend Klicks hat jedes Teilstück des Filmchens im sozialen Netzwerk. Ein ideales Forum, um die Ereignisse des Jubiläumsjahres einzuläuten. Peter beherrscht modernes Marketing. Immer neue Ideen zu spinnen macht ihm den größten Spaß. Unter etlichen Zucht-und-Ordnungs-Kommandos an die Adresse der Herren Albert und Anton begehen wir die Quermarkenfeuer-Düne auf dem Steg. Mit geschäftlichen Entscheidungen ist er zum Glück seltener auf dem Holzweg als in der Sylter Natur. Das letzte Riesending war der Umbau des Clubs vor fünf Jahren — weg vom dörflichen Flair hin zu puristischer Urbanität. Auch die vielen Stammkunden aus drei Generationen fanden den Wandel toll. »Es macht mir immer einen Heidenspaß, Menschen mit meiner Musik zu erreichen. Die Riesenliebe zur Musik ist überhaupt der Schlüssel zu allem«, sinniert der Peter, der ganz brav groß wurde, Textilkaufmann lernte und dann erst seine wilde Seite entdeckte. Auf Sylt landete er vor 37 Jahren mehr oder weniger zufällig, weil er einen Freund begleitete. »Vielleicht war es aber auch Schicksal.« Er ging völlig in der Musik der Zeit auf, jobbte auf Sylt in diversen Diskos und bekam von Wolfgang Strümpell die Einladung zu Pfingsten 1982 erstmals im Club aufzulegen. Der Beginn einer Erfolgsstory. »Irre, wie lange ich das jetzt schon mache. Wie dem auch sei, jetzt gehe ich vielleicht noch ein Stündchen zurück ins Bett«, meint Peter, verlädt »die Jungs« und lacht dieses überzeugend-frische Peter-Lachen. Pfingsten wird natürlich gefeiert und auch sonst gibt es im 35. Clubjahr mehr als einen Grund häufiger ins Nachtleben abzutauchen. HIER SIND DIE TERMINE: www.club-rotes-kliff.de

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