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Pro Kampen 1-2016

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Ein Stück Kampen für Zuhause. Die schönsten Seiten von Kampen präsentiert vier Mal jährlich PRO KAMPEN, herausgegeben vom Tourismus-Service. Mit News, Reportagen und vielen Infos aus Deutschlands bekanntestem Dorf. Als Heilmittel gegen Heimweh nach der Nordsee, als Appetitanreger vor dem Urlaub, als Entertainer und Informant vor Ort, als Nachlese der schönsten Wochen des Jahres.

N o 61 | Dorfspaziergang

N o 61 | Dorfspaziergang mit Cosmea Sprotte DORFSPAZIERGANG … mit Cosmea Sprotte KAMPENER ZEIGEN IHRE LIEBLINGSPLÄTZE UND VERRATEN AUF DEM WEG SO EINIGES ÜBER SICH »DAS ALTER SCHENKT FREIHEITEN« 10 f risch Verliebte kennen das Gefühl und diejenigen, die von ihrem Gegenüber völlig fasziniert sind: Man spaziert einen Weg und weiß im Nachhinein gar nicht mehr so recht, wo man eigentlich war. Diese sanfte Form der Orientierungslosigkeit stellt sich ein, wenn man die Ehre hat, mit Cosmea Sprotte (79) durch Kampen zu promenieren. Dabei sind durchaus nicht alle Bezugspunkte futsch: Wir sind zweifelsfrei an schönen Reetdachhäusern vorbeigegangen, haben am Watt mitten im Februar Dutzende Fastenwanderer getroffen, sind dabei klitschnass geworden, haben die Sonne gesehen und sind im Drosselgang über das Zitat der Tänzerin Gret Palucca gestolpert. Kurz: Die Kulisse Kampens diente – wie so oft – als passender Rahmen für besondere Momente, als Rahmen, der es erlaubt, eine dieser Unterhaltungen zu führen, die den Horizont weit machen. DIE ROUTE: Von der Galerie in der Alten Dorfstraße durch das Dorf geradewegs zum Watt. Die Kupferkannen-Stufe wieder hoch, über das zauberhafte Kupferkannen-Gelände und später vom Wattweg durch den Drosselgang zurück zur Galerie. Eine Route, die je nach Bedarf, Windrichtung und Tagesform beliebig variierbar ist. 2 LÄNGE Kilometer DER STRECKE (in diesem Fall)

meet nice people … Es gibt Angehörige markanter Persönlichkeiten, die nicht so gerne auf den schillernden Menschen in ihrem Leben angesprochen werden, die gerne aus dem großen Schatten treten möchten. Ganz anders Cosmea Sprotte. Siegward Sprotte ist kein Schatten, sondern Biotop. Sie ist umgeben von dem Werk ihres Mannes, sie lebt darin – sie spricht gerne über ihn und ist ihm nicht zuletzt dadurch zwölf Jahre nach seinem Tod so nah. »Er umgibt mich permanent« ist einer dieser Sätze, die Cosmea Sprotte mal eben leger und spielerisch formuliert. Für sie wäre es falsch verstandene Emanzipation (sie mag den Begriff sowieso nicht so gerne), wenn sie die Allgegenwart des Künstlers negieren würde. Dabei hat sie einen absolut unabhängigen Zugriff auf die Welt – und der ist wunderbar klug und nicht selten radikal. »Ich würde niemals ›mein‹ Mann sagen, wenn ich von Siegward spreche. Liebe hat nichts, rein gar nichts, mit Besitz zu tun«, versichert die groß gewachsene Dame in ihrem modernen loftartigen Zuhause über der Galerie »Falkenstern Fine Art« in der Alten Dorfstraße. Draußen herrscht an diesem Morgen launenhaftes Vorfrühlingswetter. Also plaudern wir erstmal im Trockenen. Bürgerliche Konventionen in der Lebensführung kannte das Ehepaar Sprotte in den viereinhalb Jahrzehnten ihrer Ehe eigentlich nur dort, wo es galt, einen kultivierten menschlichen Umgang zu pflegen. Alles andere folgte sehr individuellen Formen, die hauptsächlich vom Arbeitsrhythmus des hoch fleißigen Malers und Schriftstellers abhängig waren. »Siegward erholte sich beim Schreiben vom Malen und umgekehrt. Klassische Pausen brauchte er nicht. Zudem war er völlig frei von materiellem Denken«, berichtet eine Frau, die dem Mann ihres Lebens, eben über 20 Jahre alt, als junge Buchhändlerin auf Sylt zum ersten Mal begegnete und direkt danach zu ihrer Mutter sagte: »Nein, Mutter, der Herr Sprotte kann mir nicht gefährlich werden.« Es ist eine Frage, wie man »gefährlich« definiert, aber eine oberflächliche Bekanntschaft blieb es nicht. Die beiden wagten ein gemeinsames Leben. Sie pendelten zwischen unterschiedlichen Schauplätzen – Kampen, Südtirol, Potsdam und Madeira, um nur einige zu nennen. »Nein, er war nicht wirklich sesshaft und besaß trotzdem eine ungeheure Verbindung zu seinen Orten.« Ob Cosmea Sprotte selbst ihr Leben so unstet eingerichtet hätte? Die Frage habe ich versäumt zu stellen. Jedenfalls zentriert sich ihr Leben nach dem Tod von Siegward stärker auf einen Ort, ihr Nukleus ist Kampen. Langweilig ist es dadurch allerdings nicht. Um Cosmea Sprotte ist neben der Kunst viel Begegnung. »Ich empfinde es noch immer als Paradies hier. Ich halte es für dummes Zeug, dass viele Menschen unablässig die Veränderung beklagen«, sagt sie mit jener sanften Beharrlichkeit, die Widerspruch nicht zulässt. Gerade war sie in Potsdam, dort ist Siegward Sprotte Ehrenbürger und dort ist der Sitz der Sprotte-Stiftung. »Solche Reisen stehen mir dann schon bevor, muss ich gestehen.« Cosmea Sprotte lebt sehr im Jetzt, geht zum Sport, freut sich an Gesprächen mit Menschen. »Wobei mir interessanterweise mit zunehmenden Alter auch die flüchtigen Begegnungen gefallen, die Beobachtung allein kann auch beglücken und ist nicht so kräftezehrend.« DAUER 45 Minuten H O T E L Hotel Village Peter M. & Minka Stütz Alte Dorfstraße 7 25999 Kampen (Sylt) Tel. 04651-469 70 www.village-kampen.de

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