Aufrufe
vor 3 Jahren

Pro Kampen 1-2016

  • Text
  • Kampen
  • Sylt
  • Kampener
  • Sprotte
  • Sylter
  • Cosmea
  • Galerie
  • Kampens
  • Sturmhaube
  • Sauna
Ein Stück Kampen für Zuhause. Die schönsten Seiten von Kampen präsentiert vier Mal jährlich PRO KAMPEN, herausgegeben vom Tourismus-Service. Mit News, Reportagen und vielen Infos aus Deutschlands bekanntestem Dorf. Als Heilmittel gegen Heimweh nach der Nordsee, als Appetitanreger vor dem Urlaub, als Entertainer und Informant vor Ort, als Nachlese der schönsten Wochen des Jahres.

»LOS, RAUS!« — RUFT

»LOS, RAUS!« — RUFT DER TAG Immer, immer wieder Kampen. Seit Jahrzehnten. Muss das nicht irgendwann mal langweilig werden? Wird es immer weniger. Und dafür hat proKAMPEN- Autorin Inga Griese eine Fülle von Argumenten und Gefühlen. E ine trostlosere Jahreszeit gibt es in unseren Breitengraden wohl kaum. Ende Januar, Anfang Februar. Da kann höchstens noch Mitte November mithalten. Wobei man da noch ein wenig Sommerrestwärme im Körper hat und sich schon langsam mal auf die Adventszeit konzentrieren kann. Und natürlich sind Jahreszeiten generell keine verlässliche Größe mehr. Wir hatten Weihnachten noch Rosen im Garten. Blühend. Aber Anfang Februar, wenn man noch mehr graue Monate in den Knochen hat, dann kommt einem die dunkle Jahreszeit zunehmend trostlos vor, selbst wenn sie wieder mild gewesen ist. Mir hatten der Vitamin-D-Mangel, das übliche turbulente Leben und offenbar frei laufende Viren im Januar eine ordentliche Bronchitis beschert, genau genommen war es wohl wieder eine Lungenentzündung, aber wenn man das nicht ausspricht, wird es auch nicht so schlimm. Aber ich musste raus. Dringend atmen. Jeder halbwegs vernünftige Mensch würde in dieser Zeit wahrscheinlich auf die Kanaren fliegen oder wenigstens nach Mallorca. Ich setzte mich ins Auto und fuhr gen Norden. Vor Wochen schon, im Grunde gleich kurz nach Weihnachten, hatte ich dieses längere Wochenende im Kalender mit den vier magischen Buchstaben geblockt: Sylt. Ich mache das öfter mal, selbst wenn es dann gar nichts wird, weil das wahre Leben dazwischen kommt, schreibe ich mir solche Auszeiten in den Kalender und schon allein das Gefühl, dass es sein könnte, ist wunderbar. Ich weiß ja, wie es ist hier oben. Ich kann das, egal wo ich bin, in der Fantasie abrufen. Die Fotos dazu hab ich ohnehin immer in der Tasche. Smartphones sind schon praktisch. Kurz zum Bild gescrollt vom kleinen Frederick, wie er im letzten Sommer im weißen Unterwäschebody und mit Ringelmütze am Wasser in die Ferne schaut – und schon ficht mich nichts mehr an. Überhaupt die ganze Serie von Bildern von einem glücklichen Familien-Augusttag mit unserem Lieblingswetter, Sonne, blauer Ewighimmel, nicht zu heiß. Mittagsschläfchen im Bollerwagen. Frotteekuscheln, Lachen im Strandkorb, Sandeis-Produktion am Fließband. Und diese gesunde Farbe in den Kindergesichtern, die nur die Nordsee zaubert. Das Glück ist so groß. Ich halte es dann gern mit dem Satz von Astrid Lindgren: »Und dann braucht man ja auch noch Zeit, um nur dazusitzen und vor sich hin zu schauen.« Naja. Und dann fährt man am ersten Samstag im Februar durch plattes, graues Land. Oben und unten die gleiche Farbe. Der Blick auf die Straße bleibt, doch die Gedanken schweifen ab. Warum fahr ich jetzt eigentlich nach Sylt? Die Wettervorhersage hält sich im Wortsinn bedeckt. Und ich überlege, ob ich mich jetzt eigentlich nur freue, weil ich es so gewohnt bin, mich zu freuen, wenn ich an die Insel denke. Aber ist das nicht eigentlich Quatsch jetzt? Das Erholungsargument zieht nicht, ich fahre nicht zur Kur, habe nur drei Tage. Klar, ab Mai oder meinetwegen auch schon Ostern, da macht das alles Sinn. Und Weihnachten auch, weil es nur in den Bergen vielleicht noch gemütlicher ist, aber wir sind keine Bergleute und wir haben auch kein Zuhause dort. Sicher hat das Glück auch damit zu tun, dass wir Platz genug haben, um die – noch mehr Glück – stetig wachsende Großfamilie unterzubringen. Und den Tannenbaum und die Geschenke. Und den Hund und Kinderwagen. Die »Lass-mal-was-sein«-Vorräte. Aber warum will ich jetzt unbedingt dahin? Weil ich kontrollieren will, wie der Garten die stürmischen Wochen überstanden hat und wie die Heckenrosenhecken aussehen, die dieses Mal schon so früh im Jahr ihren bewährten »Gesundschnitt« bekommen haben. Also im Grunde abgeholzt sind. Und was ist, wenn noch mal Frost kommt? Wenn das so wäre, hätten die Männer von Schönfeld nicht geschnitten. Das sind Antworten, die ich liebe. Kurz darauf erzählte jemand, dass die Störche im Herbst das Land nicht verlassen hatten. Hätten sie, wenn es ein harter Winter hätte werden sollen. Jo. Aber natürlich ist das mit dem Garten nur eine Ausrede. Ja, interessieren tut es mich schon, der Garten ist mir das, was anderen Leuten ihr Kloster, und dennoch: Vor allem wollte ich einfach nach Kampen. So wie Kinder zu den Eltern laufen, wenn was ist. Ich war erschöpft, ich musste tanken. Und meine bleifrei Superplus Zapfsäule ist aus rotem Backstein, mit einer Lichtmütze obendrauf. Der kleine Leuchtturm in den Dünen gleich bei Kliffende. Wenn ich ihn sehe, bin ich angekommen. Aber erst mal steht der Autozug. Eigentlich wollte ich in Klanxbüll den Wagen stehen lassen, den »Menschenzug« nehmen, aber ich hatte nicht beachtet, dass er in dieser Zeit nur jede Stunde fährt, also wenden, der Autozug geht ja jetzt jede halbe Stunde und was soll der Geiz. Wobei 92 Euro (plus Syltschützer-

Ein Ort und seine herrlichen Stimmungsschwankungen: Am Roten Kliff mit Dämmerungsfeuerwerk, das Quermarkenfeuer hinter einem leichten Schleier, die ersten Flanierer auf dem Strönwai, sonniger Tag mit ersten Blumengrüßen. FOTOS: BEATE ZOELLNER; ILLUSTRATION: ISTOCKPHOTO/THEDAFKISH Zuschlag, Ehrensache) schon langsam eine Frechheit sind. Aber vielleicht kommen dann irgendwann wirklich weniger Autos auf die Insel (haha). Mittags fährt der »Sylt-Shuttle« – ich kann mich an das affige Wort nicht gewöhnen – doch nicht alle halbe Stunde. Jedenfalls noch nicht. Im Fahrplan sind Lücken für die Amerikaner, die einen Teil der Ausschreibung für die Goldgrube Hindenburgdamm-Transportwesen gegen die Bahn gewonnen haben, allerdings sind deren Waggons noch nicht am Start. Wir an diesem Samstag auch nicht, beziehungsweise sind wir zwar da (ganz schön viele Autos für die Jahreszeit? Fasching.), aber die Weiche in Westerland will nicht, dass wir losfahren. Sie will es ziemlich lange nicht. Dafür kommt die Sonne. Dach auf. Leider stehen Zug und Auto in die falsche Richtung. Die jungen Leute in der wummernden Kiste hinter mir lachen, als ich aufstehe und mich wie eine Sonnenblume dem hellen Licht zuwende. Ich atme tief, aber es ist sie noch nicht. Die Luft. Ich setz mich wieder hin. Bis wir auf der Insel sind, wird es schon bald wieder dunkel. Oder vielleicht war es gar nicht hell heute. Ich denke wieder, was ich immer denke, wenn ich vom Autozug rolle, nämlich, was denken bloß die Leute, die das erste Mal auf die Insel der vermeintlich Schönen und Reichen kommen und dann als erstes das Industriegebiet W-Land sehen? Die schönen Ecken muss man ja erst entdecken. Der Lieblingssupermarkt in Wenningstedt hat schon zu, also wenden und zum Zweitlieblingssupermarkt in Westerland. Sicherheitshalber stelle ich den großen Einkaufswagen gleich wieder zurück, nehme einen Korb. Bin ja nur allein hier. Aber man hat so ein pawlowsches Einkaufsverhalten. N o 61 | Essay 07 MIT WELLNESS- BEREICH EIN KLEINES HOTEL MIT VIELEN QUALITÄTEN! Ahnenhof GmbH & Co. KG Kurhausstraße 8 | 25999 Kampen/Sylt | Tel. 04651 426 45 Fax 04651 220 16 | info@ahnenhof.de | www.ahnenhof.de

Kampen Tourismus

Spielregeln für Gäste mit Hund in Kampen
Gezeitenkalender 2019
Pro Kampen 1-2016
Pro Kampen 2-2016
pro KAMPEN 03|18
Pro Kampen 04|18
Pro Kampen 01|19
Pro Kampen 2|19
Hochzeitsplaner - Sylt Broschüre
Gruppenreisenbroschüre Sylt 2016

SO ERREICHEN SIE UNS

Tourismus-Service Kampen
Hauptstraße 12
25999 Kampen

Tel: +49 (0) 4651 46980
Fax: +49 (0) 4651 469840
E-Mail: info(at)kampen.de
Internet: www.kampen.de

URLAUBSTIPPS VON SPEZIALISTEN

  • Persönliche Beratung und Tipps vor Ort & zur Reiseplanung
  • Die beste Auswahl an Unterkünften