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Pro Kampen 2-2015

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Gutes Auge und der DIE

Gutes Auge und der DIE LIEBE ZUR KUNST KAM BEI RAINER HEROLD DURCH DIE LIEBE ZU ANTIQUITÄTEN. EIN GESPRÄCH ÜBER KAMPEN, BÄLLE UND DAS FAMILIENUNTERNEHMEN HEROLD. N o 58 | Galerien 38 E s gibt Menschen, die sich auf ihren Instinkt blind verlassen können — an jedweder Weggabelung. Zu dieser glücklichen Spe- zies zählt Rainer Herold. Das Mindestlob, das er für sich reklamieren darf: In den letzten 3,5 Jahrzehnten hat er vielen vergessenen norddeutschen Künstlern der Klassischen Moderne zu neuer Anerkennung verholfen. Mit einem untrüglichen Gespür für Qualität. Dazu kommt, dass diese Lebensaufgabe von geschäftlichem Erfolg flankiert war und ist. In dem zauberhaften Bäderstilhaus »Meeresruh« im Herzen Kampens ist die Familienunternehmung Herold seit Jahren beheimatet. Das Haus fungiert als Galerie, als Zuhause für die Familie und als Treff im Ort. Die Türen sind fast immer offen. Freunde und Bekannte geben sich die Klinke in die Hand, um mit dem Chef, seiner Frau Karin oder eine Tür weiter mit Sohn Patrick zu plaudern, um Kunst zu erleben und gerne auch zu erwerben. Erzählen Sie mal über Ihre frühe Be- ziehung zur Insel Sylt …! Herold: Meine Mutter bekam als Dolmetscherin in den 50er-Jahren einen Job von der englischen Besatzungsmacht auf Sylt angeboten. Wir zogen um, ich verbrachte meine Kinderjahre hier. Es war toll. Als ich 16 Jahre alt war, entschied meine Mut- ter wieder in die Nähe von Hamburg zu ziehen, nicht zuletzt, um ihren heran- wachsenden Jungs einen anderen Rah- men zu bieten. Dort habe ich Abi gemacht. Einer meiner Brüder studierte Medizin, der andere wurde Grafiker. Gerne unterstellt man erfolgreichen Galeristen, die Liebe zur Kunst sei ihnen quasi in die Wiege gelegt worden. Wie war es bei Ihnen? Rainer Herold: Ich wurde unmittelbar nach dem Krieg 1946 in Reinbek bei Hamburg geboren. Meine Mutter zog uns drei Jungs alleine groß. Sie war eine moderne, mutige Frau, hatte Formkraft. Vielleicht habe ich das von ihr. Mein herausstechendes Merkmal als Junge und Jugendlicher war aber nicht unbedingt meine Feinsinnigkeit: Ich war vor allem sehr sportlich. Alle Ballsportarten — Tennis, Badminton, Fußball, später auch Golf — waren und sind mein Ding. In neuen Räumen stellen Rainer Herold und Sohn Patrick in Kampen jetzt auch zeitgenössische Kunst aus FOTO: WEIN Und wie ging es bei Ihnen? Herold: Über meinen Bruder kam der Kontakt in die Werbung, ich stellte mich persönlich bei einer der renommiertesten Agenturen Hamburgs vor — wir hatten damals Kunden wie Palmolive und Henkel. Ich durfte gleich am nächsten Tag anfangen als kaufmännischer Volontär. Auch in den 70er-Jahren war die Branche nicht ohne. Fanden Sie Gefallen an dem Business? Herold: Zehn Jahre lang war das völlig von Imke Wein GRAFIKEN: THINKSTOCK

ichtige Riecher Sie sind also ein echter Aussteiger mit einem Faible für die schönen Dinge des Lebens …? Herold: Genau. Meine Liebe zur Kunst kam durch die Liebe zu Antiquitäten. In meinen Mittagspausen habe ich immer in einem Antiquitätenladen gestöbert. Ich begann mit Möbeln zu handeln und hab mich wohl dabei nicht zu dumm ange- stellt. Es war eine tolle Zeit, ich bin viel gereist und habe auf meinen Wegen durch Europa natürlich auch viel Kunst gesehen. Meine Frau habe ich übrigens 1977 im Skiurlaub kennengelernt. okay für mich. Ich verdiente viel Geld, sammelte Erfahrung, heiratete und ließ mich bald darauf wieder scheiden. In den 70ern wechselte einer meiner Chefs als Werbeleiter zu Gruner & Jahr und ich ging mit. Dann wurde es mir irgendwann zu blöd, die ewigen Meetings, die Ellenbo- genmentalität … Schon ein Jahr später eröffneten Sie Ihren ersten Galerie-Standort in Hamburg? Herold: Im ersten Stock über einem ehe- maligen Pferdestall in Bergedorf. Es war sehr idyllisch. In diesem Zusammenhang spielt für Sie dann der deutsche Impressionist Friedrich Kallmorgen, der aus Altona stammte, eine Schlüsselrolle … Herold: Ich tat eine riesige Sammlung an Kallmorgen-Werken in der Nähe von Ulm auf. Da war es um mich geschehen. Ich war völlig hingerissen und habe meine erste große Ausstellung bei mir in Berge- dorf gemacht. Es wurde ein richtig schöner Erfolg. Sie haben die Ernsthaftigkeit Ihrer Absichten als Galerist stets mit sehr wertigen Katalogen und Büchern unterstrichen. Mit dem Kallmorgen- Buch ging es los. Herold: Ich komme aus der Werbung und das Publizieren schöner Inhalte hat mir immer viel Freude gemacht. 40 Bücher und Kataloge sind seit 1977 entstanden. Auch die Einladungen für unsere Vernissagen lassen wir aufwendig gestalten und schicken sie bis heute per Post. In Hamburg haben Sie Ihren Sitz heute in 1a-Lage in den Colonnaden. Ihr Ansehen als Galerist sucht seinesgleichen. Wie sind Sie denn eigentlich zurück nach Sylt gekommen? Herold: Nach vielen Jahren der Sylt-Abstinenz waren wir Pfingsten 1996 bei Freunden in Morsum zu Gast. Bei einem Spaziergang am Kliff brachten sie uns auf die Idee: Warum habt Ihr eigentlich keinen Standort auf Sylt? In Kampen sahen wir den Leerstand im Innenhof des Dorfkrugs. Das war Pfingstmontag, eine Woche später hatten wir eröffnet und auch gut verkauft. Ich bin ein Freund schneller Entscheidungen und habe zum Glück oft den richtigen Riecher. Den perfekten Standort haben wir dann mit dem Haus Meeresruh gefunden. Sie sind an der Stelle ja angenehm ehrlich und machen keinen Hehl daraus, dass für Sie Erfolg auch immer eine kaufmännische Komponente hat. Würden Sie Ihren Kunden so gut wie alles verkaufen können? Herold: Nein, ich kann zwar meinen eigenen Horizont ständig erweitern, aber ich kann nur das verkaufen, was mich selbst 100-prozentig überzeugt. Ihr Unternehmen expandiert nicht zuletzt dadurch, dass Ihre beiden Kinder und die Freundin ihres Sohnes mit eingestiegen sind. Sie und Ihre Frauen scheinen also als Eltern alles richtig gemacht zu haben? Herold: Wir freuen uns natürlich sehr, dass unsere Kinder so viele Freude an der Kunst und am Kunsthandel haben wie wir und gerne mit uns zusammenarbeiten. Unsere Tochter Katharina hat Kunstgeschichte in London studiert, hat Berufserfahrung in Auktionshäusern und in der Gemälderestauration gemacht, bevor sie in Keitum ihr Geschäft mit Kunst der norddeutschen Klassischen Moderne, mit Antiquitäten und ihrer eigenen Schmuckkollektion eröffnete. Mein Sohn Patrick und seine Lebensgefährtin Elizabeth haben unter anderem in New York in der Werbung gearbeitet und erweitern unser Portfolio um den Aspekt der zeitgenössischen Kunst und natürlich auch um globale Marketingkenntnisse, was großartig ist. Erfordert ein Familienbusiness in Ihren Augen besondere menschliche Qualitäten? Herold: Es erfordert Großzügigkeit, Achtsamkeit und Toleranz. Ich empfinde es als großes Geschenk mit meiner Familie zusammenarbeiten zu dürfen und ein Leben zu führen, in dem Leidenschaft und Arbeit deckungsgleich sind. ALLE AKTUELLEN AUSSTEL- LUNGSTERMINE IN KAMPEN, KEITUM UND IN HAMBURG: WWW.GALERIE-HEROLD.DE GRÜNER TEPPICH FÜR MOTORMAN PROMOTION Auf dem grünen Teppich vor dem Kaamp-Meren wurden seltsame Vehikel vorgestellt: moderne Mopeds im Vorkriegslook. Ihr Name: Motorman. Ihr Antrieb: elektrisch. Ihr Auftritt: sauber. Im August wird für Motorman nochmal der grüne Teppich ausgelegt. Kaamp-Meren mausert sich zum angesagten Treffpunkt im Herzen Kampens. »Mit dieser Entwicklung sind wir sehr zufrieden«, sagt Dieter Jensen. »Für mich ist es spannend, näher am Gast zu sein«, erklärt der leidenschaftliche Koch ( früher Jens’ns Tafelfreuden). Zusammen mit Beate und Werner (» M u ff e l « ) Stoltenberg ( früher Dorfkrug) arbeitet er nun an einem klaren Plan: »Aus zwei Institutionen eine machen!« Drei Gastronomen testen den Mopedstromer Mo torman

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